Von allen Seiten umgibst du mich... (Psalm 139,5)
in
und hältst deine Hand über mir.
Ja, unser Leben ist vor Gott wie ein aufgeschlagenes Buch!
- Gott ist überall – und er findet dich überall.
Findet ihr dieses radikale Offenbarsein vor Gott eher wohltuend oder eher beunruhigend? Oder peinlich?
Gibt es nicht wenigstens irgendwo ein einsames Plätzchen wo man mit sich selber ganz alleine ist, ohne dass Gott einem in die Karten gucken kann?
Wie geht es dir damit, dass Gott überall ist, im Himmel und auf Erden? Und wie geht es dir damit, dass Gott der Herr absolut alle Dinge aus deinem Leben weiß? Egal wie gut du irgendwelche Dinge versteckt oder vertuscht hast?
Der Philosoph Friedrich Nietzsche empfand das als Bedrohung. Denn bei ihm war Angst vor der Allwissenheit und Angst vor der Allgegenwart Gottes. Deshalb prägte er in einer seiner Schriften den später berühmt gewordenen Satz: „Gott ist tot.“ Der Hintergrund dieses Zitates ist aber nicht etwa, dass Nietzsche die Existenz Gottes leugnet, denn das genaue Gegenteil ist der Fall! Er war sich der Gegenwart und der Existenz Gottes nur allzu bewusst. Aber er wollte Gott loswerden. Er wollte von Gott in Ruhe und allein gelassen werden. Der Satz: „Gott ist tot“ bedeutet nämlich, dass nur jemand tot sein kann, der vorher lebendig war. Gott ist bei Nietzsche nur deshalb tot, weil Nietzsche ihn selber getötet hat, und zwar um ihn loszuwerden. Natürlich ist das absurd. Aber zeigt das nicht eine unermessliche Hilflosigkeit und eine tiefe Angst vor Gott? Aber warum eigentlich? Das muss ja nicht so sein!
- Gott liebt dich OBWOHL, er dich so genau kennt!
- Er liebt dich, obwohl du manchmal nicht so gut „drauf“ bist.
- Er liebt dich, obwohl du manchmal auf der Flucht bist vor ihm.
- Er liebt dich, und deshalb lässt er dich auch weglaufen, wenn du weglaufen
willst. Denn er respektiert auch deine Entscheidung gegen ihn.
- Er liebt dich, und deshalb geht er dir dann doch in einigem Abstand nach.
- Er liebt dich, auch wenn du dich selber nicht mehr lieben kannst.
- Er liebt dich, auch dann noch ohne „wenn“ und „aber“.
Gott, der Herr bedeckt unsere Schuld, Er räumt sie aus dem Weg. Er vergibt sie, so dass sie nicht mehr da ist und auch keine Rolle mehr spielt in unserem Leben.
Es bleibt dabei: Die Gegenwart Gottes ist niemals bedrängend, sondern immer segnend und wohltuend.